Wenn der lustige Herr Unfallforscher der Meinung ist, dass sich gesundheitliche Probleme, die jemanden fahruntüchtig machen, nicht durch eine Untersuchung feststellen lassen, warum müssen denn schon seit Jahrzehnten alle Inhaber eines Führerscheins der Klassen C und D alle 5 Jahre zum Arzt, um ihren Führerschein zu behalten? Und warum zur Hölle beinhaltet diese Untersuchung ab dem 50. Lebensjahr zusätzlich einen Reaktionstest?
Weil Rentner eine große Wählergruppe sind. Die Partei, die deren Freiheit einschränkt, wird bei der nächsten Wahl gefickt.
Das dürfte doch einen seriösen Unfallforscher nicht jucken.
Nur so eine Vermutung von mir: Mit einem LKW rangiert man deutlich öfter, bzw. muss sich z.B. beim Rechtsabbliegen auf die Spiegel als Informationsquelle verlassen. Der Fahrer muss also in der Lage sein z.B. plötzlich auftauchende Fußgänger am Heck seines Gespanns auf diesen zu erkennen und rechtzeitig zu bremsen. Beim Rangieren mit dem PKW hat man (theoretisch) ein viel größeres direktes Sichtfeld. Reagieren muss der Fahrer trotzdem noch, nur hat er aufgrund der besseren Übersicht verhältnismäßig länger Zeit dazu.
Moderne PKW sind meiner Meinung nach weniger übersichtlich, als LKW. Gerade nach hinten sind die Säulen so breit und die Scheiben so klein und so weit oben, dass man nur sehr wenig direkt sieht. Und um dafür vernünftig zu kompensieren, sind die Spiegel viel zu klein.
Stimmt auch wieder.
Dann stellt sich die Frage, warum bei der Mehrzahl der Unfälle medizinische Notfälle ursächlich waren und nicht körperliche Einschränkungen. Wahrscheinlich, weil Ältere schwierige Fahrsituationen durch geringes Tempo, Fahren nur bei Tag, nicht auf Autobahnen vermeiden. Der Unfallforscher sieht das wahrscheinlich nicht als Problem.Die Untersuchung ist wahrscheinlich lückenhaft, denn sie hat nur Unfälle mit Verletzten und Toten betrachtet. (ein detaillierterer Artikel dazu ist auch hier irgendwo gepostet) Mindestens bei Unfällen mit Toten ist die Datenbasis dann stark verzerrt, denn einige medizinische Unfallursachen enden durchaus auch mal tödlich (z.B. Schlaganfall, Herzinfarkt). Dadurch fallen dann auch leichte Unfälle, die ansonsten aus dieser Statistik herausgefallen wären, weil sie keine Verletzung verursacht hätten, mit in die Kategorie. Und je nachdem, wie “verletzt” definiert ist, können die Daten auch stark verzerrt sein, denn wenn “verletzt” so definiert ist, dass jemand nach dem Unfall medizinische Hilfe brauchte, dann schließt das die Leute mit ein, die mit einem anderen medizinischen Problem einen minderschweren Unfall hatten, eigentlich unverletzt waren, aber für das medizinische Problem Hilfe brauchten. Die Björn-Steiger-Stiftung, die die Studie in Auftrag gegeben hat, betätigt sich in der Förderung der Unfallrettung, deshalb liegt die Vermutung nahe, dass sie ihre Daten von einer der von ihnen geförderten Rettungsdienstorganisationen haben, das würde auf jeden Fall die Einschränkung auf Unfälle mit Personenschaden erklären, denn von Unfällen ohne Personenschaden kriegen die meistens gar nichts mit.
Dass für Bus- und LKW-Führerscheine eine verpflichtende arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung eingeführt wurde, hat mit Sicherheit auch eine wissenschaftliche Grundlage. (es handelt sich immerhin um eine EU-weite Vorschrift) Dass ausgerechnet jetzt, wo eine Diskussion aufkommt, ob man das evtl. auch für PKW-Führerscheine machen soll, plötzlich diese eine Studie so sehr und wiederholt durch die Medien gezerrt wird, kommt mir schon etwas komisch vor.
Dass diese Unfälle immer gefährlicher werden, liegt vielleicht auch am Trend zu überdimensionierten Kisten mit sehr starken Motoren.
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Gut, dass jemand auch mal an die Wirtschaft denkt!





